Hier entsteht langsam ein bebildertes Tutorial wie man ein Modelkit baut.
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Zuerst legt ihr alle Teile vor euch aus. Prüft diese gegen eine Teileliste die in der Regel bei dem Kit dabei sein sollte. Falls dies nicht der Fall sein sollte müsst ihr entweder auf anderen Wege versuchen rauszufinden wieviele Teile das Kit enthalten muss oder ihr hofft einfach das es komplett ist.
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Am besten markiert man sich zuerst alle Teile, die abgeknipst werden können, mit einem Stift. Diese sind normalerweise leicht zu erkennen.
Nun nehmt ihr euch einen Seitenschneider zur Hand und knippst vorsichtig alle groben Gussreste ab. Seid dabei aber vorsichtig damit ihr keine echten Teile vom Kit abknippst oder beschädigt.
Was mit dem Seitenschneider nicht entfernt werden kann, macht ihr mit einem Cutter.Die letzten überstehenden Teile werden mit groben Schleifpapier, ich verwende hier eine 180er Körnung, weggeschliffen. Auch können Gussnähte schon einmal weggeschliffen werden. -
Beim Fertigungsprozess des Kits werden Schmiermittel verwendet, damit sie sich besser aus der Gussform lösen. Diese können unter Umständen noch Rückstände auf dem Kit hinterlassen. Aus diesem Grund sollte das Kit auf jeden Fall gewaschen werden, um zu vermeiden das später Spachtelmasse, Kleber, Grundierung oder Farbe nicht richtig auf dem haften. Hierfür nehmt eine Box, füllt sie mit lauwarmen Wasser (Achtung kein heißes! Das Resin wird bei zu großer Hitze weich und kann sich verformen) und fügt Spül- oder Waschmittel hinzu. Dann legt ihr alle Teile des Kits in die Box und nehmt eine alte Zahnbürste. Damit macht ihr jedes Kitteil sorgfältig sauber und lasst es auf einem Handtuch wieder gut austrocknen. Passt auf das keine Spül-oder Waschmittelreste auf dem Kit zurückbleiben, auch diese können die Haftung von Spachtelmasse etc. vermindern.
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Hierfür benötigt ihr gute Lichtverhältnisse um die Löcher zu sehen. Überall wo ihr Löcher oder Blasen im Kit seht, die da nicht hingehören, schmiert ihr etwas Putty hinein. Dafür könnt ihr Autospachtelmasse oder ähnliches verwenden, ich bevorzuge das Tamiya Basic Type Putty. Das Putty lasst ihr gut durchtrocknen und schleift anschließend das überstehende Putty wieder weg. Hier verwende ich 400er Schleifpapier. Den Vorgang wiederholt ihr, bis ihr glaubt alle Löcher erwischt zu haben. Dann schleift ihr noch einmal mit etwas feineren Schleifpapier (600er oder 800er Körnung, wenn ihr ganz pingelig seid bis zu 1000er Körnung) über die geschliffenen Stellen damit auch alles schön glatt ist.
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Nehmt euch nun einen Handbohrer oder Dremel zur Hand, ich verwende hier einen Proxxon. Dann braucht ihr einen Bohrer und einen Draht mit dem gleichen Durchmesser, ich verwende 1,5 mm Durchmesser, für feine Teile 0,6 mm Durchmesser. Dann bohrt ihr genau an den gegenüberliegenden Stellen ein Loch in die späteren Klebestellen. Am besten verwendet ihr schon vorgegebene Markierungen, falls es diese nicht geben sollte, bohrt ihr erst in das eine Teil ein Loch, steckt ein Stück Draht hinein, das nur ein klein wenig übersteht und macht einen Farbklecks auf das Drahtende. Dann drückt ihr die passenden Teile zusammen und schon habt ihr an der gegenüberliegenden Stelle eine Markierung. Eine alternative Technik wie hier auf den Bilder ist die, auf einem Teil ein Kreuz zu malen und das über die Kante hinaus (so das man die linie sieht wenn man die Teile zusammenhält). Dann das passende Stück an das markierte Teil halten so wie es später zusammen sein soll und die überstehenden Striche auf das neue Teil anzeichnen. Nun die Striche von allen Seiten verbinden und schon solltet ihr auf beiden Teilen ein passendes Kreuz haben. Nun in der Mitte des Kreuzes bohren und alles sollte passen. Habt ihr alle Teile gepinnt könnt ihr wenn ihr Lust habt euer Kit schonmal grob zusammenstecken, bei Bedarf mit etwas Klebeband für besseren Halt sorgen, dann seht ihr wie euer Kit zusammengebaut mal wirken wird. Mich motiviert das immer.
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Habt ihr nun alle Teile gepinnt könnt ihr die Passgenauigkeit der Teile prüfen. Wenn zwischen den Teilen ein Spalt bleibt, nehmt ihr am besten 2-Komponenten-Putty und knetet dieses zusammen. Daraus formt ihr dann eine “Wurst” und legt sie auf den Rand der Klebestelle eines Kitteils. Die Seite des anderen Teils schmiert ihr dann großzügig mit Vaseline oder etwas anderem fetthaltigem ein und presst die Teile anschließend fest zusammen. Das Putty gut aushärten lassen und dann überstehende Reste abschleifen. Alles wieder gut sauber machen, damit keine Fettreste mehr auf den Teilen sind. Nun sollten die Teile perfekt zusammenpassen.
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Jetzt braucht ihr einen großes Styroporstück, in das ihr die Kitteile stecken könnt. Ihr könnt die Kitteile in die eben gebohrten Löcher mit Schaschlikspießen aufspießen. Ich mache das aber so, dass ich schaue das jedes Kitteil einen Pin enthält und klebe diese schonmal fest, so das nichts mehr wackeln kann. Wenn ein Teil nur eine Stelle mit Pin hat und das gegebüberliegende Teil genauso, so könnt ihr schlecht beide Teile kleben. Dann muss eins der Teile wohl oder übel mit einem losen Pin leben. Dann habe ich mir bei Ebay Krokodilklemmen ersteigert. Diese habe ich an Schaschlickspießen befestigt und kann nun alle Teile an ihren Pin festklemmen. Meiner Meinung nach ist das stabiler als die reine Schaschlikspießmethode. So, dann geht ihr an einen gut belüfteten Ort (auf keinen fall in der Wohnung selbst!) und schüttelt eure Grundierungsdose erst einmal gut durch, in der Regel sind 2 Minuten möglich. Wenn ihr das nicht macht kann die Grundierung fiese Nasen ziehen. Ich verwende Motip-Grundierung, die ich ebenfalls bei Ebay erstanden habe. Das ist eine Autogrundierung, sie ist recht günstig und funktioniert wunderbar. Ich verwende graue Grundierung, da man noch verbliebene Fehler darauf am besten sieht. Alternativ kann man auch Airbrushgrundierung nehmen, allerdings ist das grad bei großflächigen Angelegenheiten sehr aufwändig. Ich benutze diese meißtens nur bei Nachbesserungen. Jedenfalls sprüht ihr dann alle Teile sorgfältig mit der Grundierung an, dabei immer mindestens 30 cm Abstand halten und immer in kurzen Stößen Sprühen. Fertige Teile ins Styropor stecken und dann alles gut durchtrocknen lassen.
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Endlich der spaßige Teil, die Farbe! Gehört ihr zu den Airbrushern, macht euch gedanken in welcher Reihenfolge ihr die Farbe auftragen wollt je nachdem wie gut sich was abkleben lässt. Details müssen in der Regel eh am Ende gepinselt werden. Egal ob ihr pinselt oder die Airbrush benutzt, verdünnt die Farben gut (es sei denn ihr benutzt extra Airbrushfarben). Ich verwende ein 1:1 Verhältnis, dass heißt ich benutze genauso viel Verdünner wie Farbe. Verwendet ihr wasserlösliche Farben, könnt ihr normales Wasser zum Verdünnen benutzen. Bei lösungsmittelhaltigen Farben muss ein Verdünner auf Lösungsmittelbasis verwendet werden. Ich verwende Vallejofarben auf Wasserbasis.
Airbrush: Sprüht nicht zuviel Farbe auf einmal. Lieber die Farbe in mehreren Schichten auftragen und nicht zuviel Druck auf den Kompressor geben, da ansonsten die Farbe wieder verlaufen kann, was sehr unschön ist. Die Farbschichten immer gut trocknen lassen, die Ungeduldigen, wie ich, können auch mit einem Fön nachhelfen. Aber vorsicht, auch hier könnt ihr die Farbe verlaufen lassen. Braucht ein Teil mehrere Farben, klebt die bereits gefärbten Teile mit Maskierband, am besten Tamiya Masking Tape, ab und achtet darauf das es gerade an den Übergangsstellen gut festgedrückt ist, damit keine Farbe unter das Tape läuft. Das Tape im Anschluss wieder vorsichtig entfernen.
Pinsel: Beim Pinseln ist das Verdünnen sehr wichtig, um unschöne Pinselspuren zu vermeiden. Wundert euch nicht wenn bei den ersten Schichten nicht viel Farbe haften bleibt, es kann bis zu 10-15 Schichten brauchen bis die Farbe deckt. Aber dafür solltet ihr auch ein schönes glattes Ergebnis erhalten. -
Bald ist es geschafft. Bei diesem Schritt müsst ihr viel Geduld mitbringen. Für die meißten Teile benutzt ihr Sekundenkleber, aber nicht vom Namen täuschen lassen, ihr müsst trotzdem einige Minuten warten bis der Kleber wirklich fest ist und die Teile nicht mehr auseinander fallen. Für schwerere Teile empfieht es sich auch schon einmal 2-Komponenten-Kleber zu verwenden, dieser braucht noch länger um durchzutrocknen aber ihr wollt ja nicht das euer Kit wieder auseinanderfällt. Es kann auch schonmal der Fall sein, gerade bei Pony-Haarteilen, das ihr nach dem Kleben noch einmal zur Spachtelmasse und Farbe greifen müsst damit die Teile perfekt zusammenpassen.
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Zuletzt nehmt ihr einen matten oder seidenmatten Lack aus dem Baumarkt (falls es glänzen soll auch gerne Glanzlack) und sprüht damit nocheinmal das gesamte Kit ein. Hier, genau wie beim Grundieren, die Dose lange genug schütteln und mit genügend Abstand in kurzen Stößen sprühen. Das fixiert die Farbe und sorgt dafür das sie nicht so schnell absplittert.
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Ihr seid fertig! Jetzt sucht euch nur noch einen schönen Platz für euer Kit aus und bewundert es solange ihr wollt ;) Ach genau, dann noch Fotos machen und bei Modelkit Universe, Modelkit Heaven und Modelkit Revolution oder zumindest eins von denen präsentieren. Dort können euch erfahrene Modellbauer Feedback geben und eventuell Verbesserungsvorschläge machen.
Spezial Tutorial
- Ich zeige die Drybrushing Technik anhand von Knochenbemalung. Hierfür bemale ich die komplette Fläche zuerst Schwarz (Bild 1). Dies ist natürlich nicht in jeden Fall nötig. Man kann diese Technik zum Beispiel zum Setzen von Highlights verwenden, hierfür wird dann auf der Grundfarbe des jeweiligen Teils gemalt. Wenn das komplette Teil jedoch mit Drybrushing bemalt werden soll, grundiert man es in der Regel schwarz.
- Zum drybrushen verwendet ihr einen Borstenpinsel. Hierfür könnt ihr ruhig einen älternen Pinsel nehmen, denn diese Technik verhunzt den Pinsel sowieso (Bild 2). Es empfiehlt sich also diesen dann einfach als Drybrushingpinsel weiter zu verwenden. Ich würde aber auch nicht allzu billige kratzige Pinsel empfehlen, sonst kratzt man sich nachher Farbe ab. Die Borsten sollten nicht zu weich sein was die Stabilität betrifft, deswegen eignen sich normale Rundpinsel nicht zum Drybrushen.
- Nach dem Schwarz verwende ich eine dunkle Grundfarbe (Bild 3)
- Dann den Pinsel in de Farbe tunken und gut abstreifen um nicht unnötig Farbe zu verschwenden (Bild 4)
- Dann nehmt ihr ein Küchentuch und streift den Pinsel solange ab bis kaum Farbe mehr am Pinsel ist. Das Küchentuch sollte kaum Farbe mehr aufnehmen beim weiteren drüberstreichen. (Bild 5) Es ist sehr wichtig das nicht zuviel Farbe am Pinsel bleibt.
- Für die dunkelste Farbe kann sehr grob aufgetragen werden (Bild 6). Die Farbe sollte beim Auftragen sofort trocken sein, sonst habt ihr noch zuviel Farbe am Pinsel. Ist das der Fall, wischt die Farbe am Teil mit dem Finger weg. Nun das ganze Teil grob mit der Grundfarbe einfärben, hier kann auch in die Vertiefungen gemalt werden, damit diese nicht schwarz bleiben. Jedoch immer erst auf den höheren Regionen malen und je weniger Farbe am Pinsel ist desto tiefer kann man malen. (Bild 7)
- Als nächstes nehme ich einen helleren Farbton (Bild 8).
- Hier beim Malen etwas weniger Druck verwenden als bei der dunkleren Farbe. Nicht in die Vertiefungen gehen, jedoch trotzdem großzügig verteilen damit noch ein Kontrast für den hellsten Farbton bleibt. Den Unterschied zwischen Schicht 1 und 2 sieht man auf Bild 9 und das Gesamtergebnis auf Bild 10.
- Als letztes nehme ich die hellste Farbe (Bild 11). Bei reinem Drybrushing sollten es schon 2-3 Farbabstufungen sein (zusätzlich zu der schwarzen Grundschicht).
- Auch hier wird die Farbe wie bei den ersten beiden Tönen abgestrichen bis kaum Farbe mehr am Pinsel bleibt (Bild 12).
- Jetzt noch noch vorsichtig über die höchsten Kanten des Teils streifen. Den Unterschied zur vorherigen Schicht und das Gesamtergebnis sieht man auf Bild 13 und Bild 14.
- Am Ende sollte das Küchentuch mindestens wie auf Bild 15 aussehen (ich hab sogar noch mehr Tücher verwendet, das ist also nicht all die abgewischte Farbe)
- Will man nur Highlights setzen reicht meißtens eine Farbschicht. Ihr bemalt das Teil in der gewünschten Farbe, setzt shadings und streicht dann mit einer helleren passenden Farbe wie im letzten Schritt des Tutorials nur über die Kanten und höchsten Stellen.
Die Bewegung des Pinsel ist eher grob im Gegensatz zum normalen Pinseln. Mit folgenden Video will ich die Bewegung verdeutlichen.
